Klaus Graf hat auf “Archivalia” eine Sammlung ausgewählter Quellen zur Präsenz von Textilgewerbe in der Reichsstadt Gmünd vom ausgehenden 13. bis ins frühe 19. Jahrhundert veröffentlicht. Die Sammlung basiert auf einer breiten Grundlage von Urkundenregesten und -editionen, Forschungsliteratur sowie Findmitteln und Digitalisaten von Landesarchiv Baden-Württemberg und Stadtarchiv Schwäbisch Gmünd. Erfasst wurden vor allem Berufs- und Tätigkeitsbezeichnungen wie Kürschner, Schneider, Bleicher, Färber, Gürtler, Nestler, Seiler, (Barchent-, Woll-, Leine-, …) Weber, Tuch- und Gewandhändler, Näherinnen, Stickerinnen, Strickerinnen, Hutmacher, Gerber, Schuster, Sattler und viele weitere, stärker spezialisierte Handwerke (z. B. Bortenmacher), außerdem gewerbliche Infrastruktur wie z. B. Walkmühlen oder auch die Präsenz Gmünder Händler auf externen Märkten und Messen.

Graf erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern weist darüber hinaus auf das Potenzial weiterer, noch unerschlossener Quellen wie der reichsstädtischen Ratsprotokolle hin. Auch so ist die Sammlung dank der verlässlich profunden Quellenkenntnis ihres Verfassers ein aussagekräftiger und weiterführender Grundlagenbeitrag zur Gmünder Wirtschaftsgeschichte: Sie vermittelt einen lebhaften Eindruck von der langen Tradition und Bedeutung textilbezogener Wirtschaftstätigkeit in der Reichsstadt Gmünd, die sonst in der Literatur meist in erster Linie als Stadt des Metallhandwerks (zunächst Sensen-, später Gold- und Silberschmiede) beschrieben wurde.
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niklaskonzen (8. Januar 2026). Quellensammlung zur Geschichte des Textilgewerbes in Schwäbisch Gmünd online. OSTALBum. Abgerufen am 12. September 2026 von https://doi.org/10.58079/15gup
