Josef  Überall und die Kunst aus Alltäglichem – Ausstellungswochenende zum 90. Geburtstag

von Jannik Staudenmaier

Josef Überall (1936-2008) war ein Unikat der Gmünder Kunstszene. Als Vertreter der sogenannten “Arte‑Povera” verwandelte er alltägliche, unscheinbare Gegenstände in ausdrucksstarke Kunstobjekte. Sein künstlerisches Schaffen löste unterschiedliche Reaktionen aus: für manche galt der autarke, viele Jahre über auf einer Waldhalde bei Alfdorf lebende Überall als Störenfried und Sonderling, für andere jedoch als Lebenskünstler, der es verstand, mit seiner Kunst neue Perspektiven auf das menschliche Dasein zu eröffnen.

Die Projektgruppe „Josef Überall 90“ widmet ihm vom 8. bis 10. Mai 2026 im UNIKOM‑Kunstzentrum Schwäbisch Gmünd ein umfassendes Ausstellungswochenende zum 90. Geburtstag. Die Ausstellung, in der zahlreiche Originalarbeiten gezeigt werden, wird durch Audio‑, Film‑ und Bilddokumente ergänzt und von einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm begleitet. Dazu gehören Impulse und Beiträge von Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern sowie von Sammlerinnen und Sammlern.

Teile des Nachlasses Überalls befinden sich seit den späten 1990er‑Jahren im Stadtarchiv Schwäbisch Gmünd. Im Zuge der Jubiläumsfeier wurde der Bestand erstmals erschlossen und in einem Findbuch zugänglich gemacht. Er spiegelt die bunte Persönlichkeit des Künstlers wider: Neben umfangreichen Dokumenten zu Ausstellungen, Auftritten und Projekten enthalten die Unterlagen zahlreiche Skizzen, die – genauso eigenwillig wie Überall selbst – im Stadtarchiv ihresgleichen suchen.

Josef Überall bei der Vorbereitung der Ausstellung “Objekte aus Schiefer und Tuch” (1996). Quelle: Stadtarchiv Schwäbisch Gmünd, Best. D54, Bü 7.

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jannikstaudenmaier (22. April 2026). Josef  Überall und die Kunst aus Alltäglichem – Ausstellungswochenende zum 90. Geburtstag. OSTALBum. Abgerufen am 13. September 2026 von https://doi.org/10.58079/163v1


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