Im Sommersemester 2020 beschäftigten sich Studierende der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd im Rahmen eines von Dr. Eva Wittneben und mir geleiteten Projektseminars intensiv mit den lange Zeit unbekannten Kriegstagebüchern Albert Deibeles zum Zweiten Weltkrieg (eine Edition der Kriegstagebücher finden Sie hier). Den coronabedingten Einschränkungen wurde auf Grundlage eines eigenen Hygienekonzeptes Rechnung getragen; jedoch war es nur aufgrund der Flexibilität der Teilnehmerinnen und Teilnehmer möglich, das Projektseminar überhaupt durchzuführen. Nach drei Einführungssitzungen, die via zoom veranstaltet wurden, gab es im Juni und Juli drei Präsenztermine im Stadtarchiv (oder genauer gesagt: im gut gelüfteten Flur des 1. OG, sodass die gebotenen Abstände eingehalten werden konnten). Hier konnten die sechs jungen Historiker/innen mit den Kriegstagebüchern Deibeles und weiteren, ergänzenden Archivalien arbeiten und an einem besonderen, außeruniversitären Ort historische Forschung an Originalquellen betreiben. Abschließend fanden in den Räumlichkeiten der PH noch zwei Sitzungen zur Präsentation und Diskussion der gewonnenen Erkenntnisse statt, und die Studierenden konnten die Veranstaltung evaluieren und Positives wie Negatives rückmelden.


Für die Studierenden brachten insbesondere die veränderten Rahmenbedingungen ein hohes Maß an Eigeninitiative und Arbeitsaufwand mit sich. Alle Teilnehmer/innen waren zudem erstmals zu Recherchen und eigenen Forschungen in einem Archiv, wodurch sie den besonderen Reiz historischer Grundlagenarbeit kennenlernen konnten. In der abschließenden Feedbackrunde überwiegten die positiven Erfahrungen deutlich, sodass davon auszugehen ist, dass die Teilnehmer/innen auch zukünftig regelmäßig Archive besuchen – sei es für eigene historische Forschungen oder später als Geschichtslehrer/innen mit ihren Klassen. Das Stadtarchiv Schwäbisch freut sich sehr über die gelungene Kooperation mit der PH Schwäbisch Gmünd und hofft auf viele weitere gemeinsame Veranstaltungen.
In lockerer Folge soll nun in diesem Blog eine Auswahl der Arbeitsergebnisse der Studierenden veröffentlicht werden. Die nachfolgende Übersicht wird daher laufend um neue Beiträge ergänzt, sodass am Ende eine Gesamtübersicht vorliegt:
- Dobler, Nadine: Abschiedsbrief eines Euthanasieopfers, https://ostalbum.hypotheses.org/810
- Henninger, Melissa: 1948 – Als das letzte Stündlein des Kriegerdenkmals fast geschlagen hatte, https://ostalbum.hypotheses.org/796
OpenEdition schlägt Ihnen vor, diesen Beitrag wie folgt zu zitieren:
David Schnur (25. September 2020). Schwäbisch Gmünd im Spiegel der Kriegstagebücher des Stadtarchivars Alfred Deibele. Erforschung von Egodokumenten aus dem Stadtarchiv Schwäbisch Gmünd. OSTALBum. Abgerufen am 11. September 2026 von https://doi.org/10.58079/sl5o
