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“Liederlich, übel und gottlos” – Band 34 der Veröffentlichungsreihe des Heidenheimer Stadtarchivs ist erschienen

Neu erschienen ist eine Edition der Heidenheimer Kirchenkonventsprotokolle aus den Jahren 1730 bis 1748. Band 34 der Veröffentlichungen des Stadtarchivs Heidenheim an der Brenz widmet sich damit einer bedeutenden familien- und sozialgeschichtlichen Quellengattung. Grundlage ist das Digitalisat der im Evangelischem Archiv Baden und Württemberg (mit Sitz in Stuttgart) aufbewahrten Heidenheimer Kirchenkonventsprotokolle. Sie umfassen zehn Bände (1697 – 1891).

Die Kirchenkonvente wurden im Herzogtum Württemberg von 1642 bis 1890 abgehalten. Durchschnittlich einmal im Monat tagte der Kirchenkonvent, das aus den führenden Vertretern der geistlichen und weltlichen Verwaltung Heidenheims bestehende Gremium. In erster Linie hatte es die Einhaltung der Kirchenzucht zu überwachen, was nichts anderes als die ständige Überwachung der Lebensführung sämtlicher Einwohner bedeutete.

Die fortlaufenden Einträge dokumentieren die Umsetzung der obrigkeitlichen Sitten- und Polizeigesetzgebung durch den lokalen Kirchenkonvent. Da konnte es nicht ausbleiben, dass in den Kirchenkonventsprotokollen auch Themen wie häusliche Gewalt, Trunksucht, Verstöße gegen das Spielen und Missachtung der Sperrstunde in Wirtshäusern zur Sprache kamen. Neben dem Feld der Kirchenzucht oblagen dem Kirchenkonvent die Schulaufsicht sowie die Kranken- und Armenfürsorge. Die Kirchenrichter mit organisatorischen Fragen des kirchlichen Alltags, wie dem Unterhalt der Kirchenbauten, der Kirchenstuhlvergabe und der Kirchenmusik zu beschäftigen.

Alles in allem bilden die Kirchenkonventsprotokolle eine der seltenen Möglichkeiten, Einblicke in das persönliche Leben einiger frühneuzeitlichen Heidenheimer Einwohnerinnen und Einwohner zu gewinnen. Sie sind damit eine wertvolle Ergänzung zur kommunalen Überlieferung. Die Kommentare dieser Herausgabe konzentrieren sich bewusst auf die für die Lokalgeschichte zu gewinnenden Erkenntnissen. Neben einem Personen-, Sach- und geographischen Register erleichtern Verzeichnisse von lateinischen und deutschen Begriffen die Deutung vieler Einträge.

Der Band 34 der Veröffentlichungen des Heidenheimer Stadtarchivs umfasst 293 Seiten (keine Bilder) und wird in den Heidenheimer Buchhandlungen Konold und Thalia sowie im Museumsshop des Heidenheimer Kunstmuseums (Marienstraße 4) für 22 € verkauft. Eine Bestellung ist auch bei archiv@heidenheim.de möglich.

Die Veröffentlichungsreihe des Heidenheimer Stadtarchivs ist 50 Jahre alt

Die Veröffentlichungsreihe des Heidenheimer Stadtarchiv feiert einen runden Geburtstag: im November 1975, also vor 50 Jahren, erschien der erste Band mit dem Titel „Heidenheim im Mittelalter. Besitzgeschichte, Topographie, Verfassung. Veröffentlichungen des Stadtarchivs Heidenheim“, verfasst von Karl-Heinz Bühler.

Inzwischen sind 32 weitere Bände dazu gekommen, in denen zahlreiche Autoren die unterschiedlichsten Themen rund um die Heidenheimer Stadtgeschichte behandelt haben. Erst kürzlich erschien Band 33, in dem sich Helmut Weimert einer spannenden Quelle aus dem 17. Jahrhundert, dem Heidenheimer Steuerbuch von 1664 bis 1698, widmet.

Die meisten Bände – einige sind vergriffen – können im Heidenheim Stadtarchiv unter archiv@heidenheim.de oder im Heidenheim Buchhandel bestellt bzw. gekauft werden.

Die Stiftung Literaturforschung in Ostwürttemberg veröffentlicht Buch über den Pädagogen und Heimatforscher Hans Wulz

Der im November 2025 erschienene Band 34 der Schriftenreihe „Unterm Stein. Lauterner Schriften“ widmet sich dem in Heidenheim geborenen und wirkenden Hans Wulz (1913-2004), Pädagoge, Heimatforscher, Schriftsteller, Lokalpolitiker und Familienmensch. Manfred Allenhöfer dokumentiert das Leben und das Wirken dieser Persönlichkeit.

Hans Wulz

„Hans Wulz hat in unterschiedlichen Bereichen seines geliebten „Heidenheimer Lands“ Außerordentliches geleistet“, so schreibt Allenhöfer in seiner Biographie. Der Band geht auf den außergewöhnlichen Lebenslauf und die Karriere von Hans Wulz, der sich nach seiner aktiven Berufskarriere der Heimatgeschichte zuwandte und zahllose Texte und Aufsätze in der Heimatpresse, in diversen Büchern veröffentlichte und insgesamt 11 Bücher verfasste. Stadt- und Kreisrat, bekennender Katholik, Familienmensch und Genealoge – vielfältige Interessen und Engagements kennzeichneten den Lebensweg von Wulz.

Ansprechpartner für den Buchverkauf ist Reiner Wieland, Schriftgutarchiv Ostwürttemberg, Unterm Stein 13, 73540 Heubach-Lautern, Telefon: 07173- 3758. (Preis zuzüglich Versandkosten mit Vorauszahlung per Überweisung). Es kann auch direkt beim Buchautor in Nattheim bezogen werden.

Das Schriftgutarchiv Ostwürttemberg in Heubach-Lautern

Im Schriftgutarchiv Ostwürttemberg werden Unterlagen von und über Autoren aus den Landkreisen Göppingen, Heidenheim und Ostalb archiviert. Das Archiv wurde 1974 gegründet. Im Archiv befinden sich auch umfangreiche Bestände zu Leben und Werk von Autoren aus Ostwürttemberg. (siehe https://www.literaturland-bw.de/museum/info/94/).   Seit 2003 erscheinen Bücher in der Reihe „Unterm Stein. Lauterner Schriften“.

Band 33 der Veröffentlichungsreihe des Heidenheimer Stadtarchivs ist erschienen

Als Band 33 der Veröffentlichungen des Stadtarchivs Heidenheim an der Brenz konnte Ende Oktober 2025 die Quellenedition „Heidenheimer Steuerbuch ca. 1664 – ca. 1698“ vorgestellt werden. Der frühere Stadtarchivar Helmut Weimert hat den rund 900 Seiten umfassenden Originalband aus dem 17. Jahrhundert akribisch in Druckschrift übertragen und somit das drittälteste Steuerbuch für eine breite Leserschaft zugänglich gemacht.

Zusammen mit den Bänden 31 und 32 ist nun eine Triologie dieser wichtigen Quellengattung verfügbar. Sie umfasst fast ein Jahrhundert der Heidenheimer Stadtgeschichte, von ca. 1625 bis Ende des 17. Jahrhunderts.

Das neue Buch enthält die Namen der verschiedenen Grundbesitzer; deren einzelnen Liegenschaften wie Gebäude, Gärten, Wiesen, Äcker und so weiter sind detailliert aufgelistet. Der Wechsel von einem zum anderen Besitzer und Neubewertungen wird nachvollziehbar. Der Geldbetrag am Ende jeder Liegenschaft ergibt den steuerbaren Wert. Die Vermögensunterschiede lassen Erkenntnisse über die damalige Sozialstruktur zu.

Im Anhang finden sich eine Auflistung der Vermögen je Person, eine Aufstellung über die damals gängigen Maße, Gewichte und Münzen, ein Literaturverzeichnis sowie ausführliche Geographie-, Personen- und Sachregister. Zahlreiche Verweise auf die weiteren Veröffentlichungen von Helmut Weimert zu Heidenheim in der Frühen Neuzeit ermöglichen weitere Erkenntnisse. Der Band 33 der Veröffentlichungen aus dem Stadtarchiv umfasst mit allem 476 Seiten und ist erhältlich in den Heidenheimer Buchhandlungen Konold und Thalia sowie im Geschäftsbereich 45 der Stadtverwaltung Heidenheim in der Marienstraße 4 (07321-327-4710 oder museen@heidenheim.de).

Band 32 der Veröffentlichungsreihe des Heidenheimer Stadtarchivs ist erschienen

Als Band 32 der Veröffentlichungen des Stadtarchivs Heidenheim an der Brenz ist im Mai 2024 die Quellenedition „Heidenheimer Steuerbuch ca. 1625 – ca. 1635“ erschienen. Der frühere Stadtarchiv Helmut Weimert hat den rund 900 Seiten umfassenden historischen Band akribisch in Druckschrift übertragen und somit das zweitälteste Steuerbuch für eine breite Leserschaft zugänglich gemacht.

Der Zeitrahmen des Steuerbuchs umfasst zehn spannende Jahre, die inmitten des Dreißigjährigen Kriegs liegen, als vor allem der Religion wegen gekämpft wurde; ein Krieg, der in Mitteleuropa große politische und soziale Umwälzungen brachte.

Der Band enthält die Namen der verschiedenen Grundbesitzer; deren einzelnen Liegenschaften wie Gebäude, Gärten, Wiesen, Äcker und so weiter sind detailliert aufgelistet. Der Wechsel von einem zum anderen Besitzer und Neubewertungen wird nachvollziehbar. Der Geldbetrag am Ende jeder Liegenschaft ergibt den steuerbaren Wert. Die Vermögensunterschiede lassen Erkenntnisse über die damalige Sozialstruktur zu.

Im Vergleich zum ersten Steuerbuch aus der Zeit bis 1625 bzw. 1627 hat sich die soziale Struktur in Heidenheim nicht wesentlich verändert, das zeigt die Liste Heidenheimer Bürgerinnen und Bürger und ihr Besitz. Das Steuerbuch dokumentiert 216 Heidenheimer Haushalte; davon gehörten den drei größten alleine ca. 14 % des Liegenschaftsvermögens. Die zahlreichen Verweise auf die weiteren Werke zur Frühen Neuzeit von Helmut Weimert ermöglichen es, weiteres über die genannten Bürgerinnen und Bürger zu erfahren

Im Anhang finden sich eine Auflistung der Vermögen je Person, eine Aufstellung über die damals gängigen Maße, Gewichte und Münzen, ein Literaturverzeichnis sowie ausführliche Geographie-, Personen- und Sachregister.

Der Band 32 der Veröffentlichungen aus dem Stadtarchiv Heidenheim a. d. Brenz umfasst mit allem 314 Seiten und ist erhältlich in den Heidenheimer Buchhandlungen Konold und Thalia sowie im Geschäftsbereich 45 der Stadtverwaltung Heidenheim in der Marienstraße 4 (07321-327-4710 und -4752 oder museen@heidenheim.de).

Die Stiftung Literaturforschung in Ostwürttemberg veröffentlicht Buch über Kurt und Heinz Bittel

Der im November 2023 erschienene Band 28/29 der Schriftenreihe „Unterm Stein. Lauterner Schriften“ widmet sich den zwei Wissenschaftlern und Brüdern Kurt und Heinz Bittel unter dem Titel „Vom Brenztal auf den Gipfel zweier Wissenschaftler“. Manfred Allenhöfer dokumentiert den Lebenslauf von  „Kurt Bittel 1907-1991. Von der Alb über Anatolien in den Olymp der Wissenschaften“, während Wilhelm Große-Nobis Leben und Werk von „Heinz Bittel 1910-1980. Leben in wechselvoller Epoche“ beschreibt.

Die Bittel-Brüder

Der weltbekannte Archäologe Professor Dr. Dr. h.c. Dr. h.c. Kurt Bittel wurde am 5. Juli 1907 in Heidenheim an der Brenz geboren. Nach vielen Jahren wissenschaftlichen Wirkens im In- und Ausland als Prähistoriker war er ab 1962 Präsident des Deutschen Archäologischen Instituts und auch an zahlreichen Ausgrabungen beteiligt. Aufgrund seiner wissenschaftlichen Leistungen wurde er am 23. Juli 1967 zum Ehrenbürger seiner Heimatstadt ernannt.  Anlässlich seines 80. Geburtstages beschloss der Heidenheimer 1987 als äußeres Zeichen der Ehrung einstimmig die Stiftung eines Kurt-Bittel-Preises für Süddeutsche Altertumskunde.

Sein Bruder Heinz Bittel, am 8. März 1910 in Heidenheim an der Brenz geboren, schlug die Karriere als Physiker ein und unter anderem wurde 1951 Professor an der Universität Münster sowie Gründungsmitglied des dortigen Instituts für Angewandte Physik. Zahlreiche Forschungen, Veröffentlichungen, Berufungen und Ehrungen prägten seinen Werdegang.

Das Buch

Der Band geht auf die außergewöhnlichen Lebensläufe und Karrieren der Bittel-Brüder ein – „die sich freilich ein gutes Stück weit erklären oder wenigstens verstehen lassen aus ihrer kleinstädtischen-ostwürttembergischen Verwurzelung“, so Manfred Allenhöfer im Vorwort.

Ansprechpartner für den Buchverkauf ist Reiner Wieland, Schriftgutarchiv Ostwürttemberg, Unterm Stein 13, 73540 Heubach-Lautern, Telefon: 07173- 3758. Der Preis sind 30 € zuzüglich Versandkosten (Vorauszahlung per Überweisung). Es kann auch im Buchhandel erworben werden (ISBN 978-3-95747-159-8).

Das Schriftgutarchiv Ostwürttemberg in Heubach-Lautern

Im Schriftgutarchiv Ostwürttemberg werden Unterlagen von und über Autoren aus den Landkreisen Göppingen, Heidenheim und Ostalb archiviert. Das Archiv wurde 1974 gegründet. Im Archiv befinden sich auch umfangreiche Bestände zu Leben und Werk von Autoren aus Ostwürttemberg. (siehe https://www.literaturland-bw.de/museum/info/94/).  

Seit 2003 erscheinen Bücher in der Reihe „Unterm Stein. Lauterner Schriften“.

Neuer Band der Veröffentlichungsreihe des Heidenheimer Stadtarchivs erschienen

Als Band 31 der Veröffentlichungen des Stadtarchivs Heidenheim wurde kürzlich die Quellenedition „Heidenheimer Steuerbuch 1618 – ca. 1625/27“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Erneut hat der frühere Stadtarchiv Dr. Helmut Weimert eine Quelle aus der Frühen Neuzeit gewählt, das älteste Steuerbuch, das in den Jahren zwischen 1618 und 1625 beziehungsweise 1627 von der Heidenheimer Stadtverwaltung geführt wurde.

Insgesamt sechs Bände sind im Heidenheimer Bestand A aus dem Zeitraum 1618 bis ca. 1732 vorhanden, die die Namen der verschiedenen Grundbesitzer, deren einzelnen Liegenschaften wie Gebäude, Gärten, Wiesen, Äcker und so weiter detailliert auflisten. Der Wechsel von einem zum anderen Besitzer und Neubewertungen wird nachvollziehbar. Der Geldbetrag am Ende jeder Liegenschaft ergibt den steuerbaren Wert. Die Vermögensunterschiede lassen Erkenntnisse über die damalige Sozialstruktur zu.

Der Quellentext – 400 Seiten des Original-Steuerbuchs – ist wortgenau transkribiert, für die gute Lesbarkeit sind die aktuellen Rechtsschreibregeln angewandt. Weitere Regeln sind in der Einleitung bestens beschrieben. Wenn man sich in die einzelnen Beschreibungen vertieft, erkennt man die Vielzahl der damals verwendeten Abkürzungen, die der Buchautor dankenswerter Weise in einem Verzeichnis zusammengestellt und auch erläutert hat.

Der umfangreiche Anmerkungsapparat gibt viele weitere Informationen und Querverweise zu den schon erwähnten anderen Bänden der Veröffentlichungsreihe (Heidenheimer Chroniken, Häuserbücher, Hausgeschichten), um bei Wunsch weiteres zu den steuerpflichtigen Heidenheimer Bürgerinnen und Bürgern und deren Liegenschaften zu erfahren. Im Anhang finden sich eine Auflistung der Vermögen je Person, eine Aufstellung über die damals gängigen Maße, Gewichte und Münzen, ein Literaturverzeichnis sowie ausführliche Geographie-, Personen- und Sachregister.

Der Band 31 der  Veröffentlichungen aus dem Stadtarchiv umfasst mit allem 335 Seiten ist erhältlich in den Heidenheimer Buchhandlungen Konold und Thalia sowie im Geschäftsbereich 45 der Stadtverwaltung Heidenheim in der Marienstraße 4 (07321-327-4710 und -4752 oder museen@heidenheim.de).

Ausstellung Fantastische Tierwelten

Seit Mitte März 2023 ist im Heidenheimer Kunstmuseum die Sonderausstellung „FANTASTISCHE TIERWELTEN“ zu sehen. In ihrer ersten gemeinsamen Ausstellung widmen sich das Kunstmuseum und die Historischen Museen Heidenheim dem Tier. Vom Löwenmenschen, über chinesische Drachen bis hin zu aktuellen Gemälden, Skulpturen und Installationen: Die ausgestellten Werke zeugen nicht nur von der hohen Erfindungsgabe des Menschen. Sie gewähren zudem schlaglichtigartig Einblicke in künstlerische Strategien zur Darstellung menschlicher Befindlichkeiten.

Neben Werken von ausgewählten Künstlern sind verschiedene Werken aus den Sammlungen der Historischen Museen Heidenheim, dazu kommen zwei Exponate aus dem Heidenheimer Stadtarchiv: Neben dem Mergelstetter Wappen mit einem Fischmotiv werden drei Fragmente einer Schäferfahne aus dem 18. Jahrhundert gezeigt, von denen eines aus dem Stadtarchiv stammt.

Die Ausstellung ist im Kunstmuseum in der Marienstraße während der normalen Öffnungszeiten bis zum 16. Juli 2023 zu sehen; daneben gibt es ein umfangreiches Rahmenprogramm.

https://kunstmuseum-heidenheim.de/fantastische-tierwelten/

“Index Librorum Civitatum” – Verzeichnis der Stadtbücher des Mittelalters und der Frühen Neuzeit

Screenshot Startseite Online-Datenbank www.stadtbuecher.de

Das Index-Projekt „Index Librorum Civitatum“ weist in einer Online-Datenbank ortsübergreifend die Überlieferung an Stadtbüchern bis 1800 nach. Dazu werden Daten aus eigenen Erhebungen der Universität Halle-Wittenberg sowie aus Informationen Dritter, z.B. einzelne Archive, verwendet. Das Projekt wird als Langfristvorhaben seit 1. Februar 2016 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, kurz DFG, gefördert und ist an eine Seniorprofessur am Institut für Geschichte der Universität Halle-Wittenberg angesiedel.

Als Stadtbücher (libri civitatum) werden Kodizes bezeichnet, die seit dem 13. Jahrhundert bei städtischen Ämtern zu Verwaltungszwecken geführt wurden. Je nach Verwendungsdauer und Aufzeichnungsumfang entstanden starke Bände oder schmale Hefte. Als Beschreibstoffe begegnen Pergament, Papier und Wachs. Ziel des Projektes ist es, die Stadtbücher aller Bundesländer bis 2028 möglichst vollständig zu erfassen (vorbehaltlich der Mittelbewilligung). Darüber hinaus wurden in einem parallelen Forschungsprojekt auch die Stadtbücher jener Teile der historischen Länder bzw. Provinzen Schlesien, Brandenburg und Pommern, die heute zu Polen gehören, in die Datenbank aufgenommen.

Online-Datenbank von A wie Adorf bis Z wie Zwönitz

Die Stadtbücher werden nach dem Provenienzprinzip den Städten ihrer Entstehung zugeordnet. In der Online-Datenbank  sind sowohl vorhandene als auch verschollene Bücher aufgenommen. Die Datenbank beinhaltet zurzeit (Stand September 2022) rund 140.000 Stadtbücher. Davon sind ca. 129.000 aus Deutschland und ca. 10.600 aus Polen. Der Anteil mittelalterlicher Stadtbücher, also jener Bücher, die vor 1550 begonnen wurden, liegt bei ca. 4.200 Bänden. Bisher wurden zu 1.654 Städten Daten erhoben.

Die Stadtbücher wurden und werden dabei bei der Erfassung nach inhaltlichen Kriterien einer Kategorie zugeordnet:

1. Stadtbücher mit vermischtem Inhalt, 2. Kopiare, Register, 3. Statuten, Willküren, Ordnungen, Rezesse, 4. Bücher des Rates, 5. Bürgerbücher, Erbhuldigungen, 6. Gerichtsbücher, 7. Zinsregister, 8. Steuerbücher, 9. Zollregister, 10. Rechnungsbücher, 11. Sonstige Stadtbücher.

Derzeit (Stand September 2022) beinhaltet die Datenbank rund 500 Archive, Bibliotheken und andere Institutionen, die Stadtbücher verwahren. Dabei reicht das Spektrum von kleinen ehrenamtlich betreuten Stadtarchiven bis zu Landes- und Staatsarchiven. Zu den einzelnen Archiven und Bibliotheken findet man in der Datenbank weiterführende Informationen, die eine mögliche Kontaktaufnahme erleichtern sollen und einen Überblick über die dortigen Stadtbuchbestände geben.

Stadtbücher der Stadtarchive Aalen, Ellwangen und Heidenheim an der Brenz sind in der Online-Datenbank aufgenommen (Stand September 2022).

Screenshot Online-Datenbank www.stadtbuecher.de

Erreichbar ist die Online-Datenbank über den Link https://www.stadtbuecher.de/

Die Informationen, die diesem Text als Quelle dienen, sind abrufbar unter https://www.stadtbuecher.de/de/about/ und

https://www.geschichte.uni-halle.de/mitarbeiter/speer/speer/#anchor2996813

Veröffentlichungsreihe „Heidenheimer Hausgeschichten in der Frühen Neuzeit“

Wie sah es im 16. Jahrhundert, zu Beginn des 17. Jahrhunderts und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Heidenheim aus? Und: Wer wohnte wo in der Stadt? Diese Fragen beantworten die „Heidenheimer Hausgeschichten in der Frühen Neuzeit“ vom ehemaligen Heidenheimer Stadtarchivar Dr. Helmut Weimert.  Insgesamt vier Bände sind zwischen 2017 und 2020 innerhalb der Reihe „Veröffentlichungen des Stadtarchiv Heidenheim a. d. Brenz“ (Bände 25 bis 28) erschienen. In ihnen vermittelt Weimert nach intensiver Erforschung der frühzeitlichen Geschichte Heidenheims seine Ergebnisse in einer Art Lesebuch anschaulich und verständlich, wobei genaue Quellenverweise nicht fehlen. Diesen zeitlichen Ausschnitt aus der Vergangenheit Heidenheims wird mannigfaltig lebendig, sei es durch Anspielungen auf moderne Eigentümerversammlungen, Nachbarschaftsstreitigkeiten wegen Entsorgungsproblemen oder auch Wirthausgeschichten. Engagierte, für das Gemeinwohl eindrucksvoll wirkende Bürger kommen ebenso „zur Sprache“ wie ansonsten namenlose Einwohner.

Die vier Bände der Heidenheimer Hausgeschichten aus der Frühen Neuzeit. Bildrecht Stadt Heidenheim an der Brenz.

Die Stadt Heidenheim umfasste in der Frühen Neuzeit, von der Mitte des 16 bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts, rund 300 Wohngebäude. Die ersten zwei Bände der Hausgeschichten beschreiben die Gebäudegeschichte und deren Bewohnern in der Hauptstraße (West- und Ostseite), der dritte 3 selbiges in der Hinteren Gasse sowie an der Stadtmauer. Schauplätze vergangener Tage werden verortet, ihre Entwicklung beschrieben – wobei es keine Rolle spielt, dass nur noch schätzungsweise ein Zehntel der damaligen Häuser erhalten sind. Die Haueigentümer werden lebendig, ihre Berufe, Familien und Nachfolger treten in kleinen Abschnitten ihres Lebens im neuzeitlichen Heidenheim wieder zutage.

In seinem vierten Band der „Heidenheimer Hausgeschichten aus der Frühen Neuzeit“ widmet sich Weimert den staatlichen Bauten Heidenheims, blickt dabei aber auch über die Innenstadt hinaus, in die Obere Vorstadt. Damalige Ämter wie der Untervogt, Stadt- und Amtsschreiber waren die maßgeblichen weltlichen Vertreter der frühneuzeitlichen Herrschaft in Heidenheim. Auf kirchlicher Seite sind dies der Geistliche Verwalter, der Dekan sowie die Pfarrer und Diakone. Der teilweise langwierige und zähe Kampf um die geeigneten Dienst- und Wohnsitze dieser Amtsträger wird in diesem Buch lebensnah geschildert.  Einige der damals betroffenen Gebäude sind heute noch erhalten: Das Alte Eichamt, die Alte Vogtei, das Pfarrhaus an der Stadtmauer und das ehemalige Diaconat in der Hinteren Gasse. Der zweite Teil des vierten Bandes, der einigen Häusern der Oberen Vorstadt gewidmet ist, zeigt einen wichtigen Ausschnitt aus der frühneuzeitlichen Heidenheimer Gastronomiegeschichte.

Band 2 behandelt u.a. das Pfarrhaus an der Stadtmauer 2. Fotografin Christine Weimert

Jedes in den „Hausgeschichten“ erfasste Gebäude wird mit dem Ort seiner heutigen Straßenbezeichnung und Hausnummer beschrieben, auch wenn das frühzeitliche Haus nicht mehr existiert, was durch eine Konkordanz sinnvoll ergänzt wird.

Die vier Bände der „Heidenheimer Hausgeschichten in der Frühen Neuzeit“ von Dr. Helmut Weimert (Veröffentlichungen des Stadtarchivs Heidenheim an der Brenz Bände 25 bis 28) sind erhältlich in den Heidenheimer Buchhandlungen Konold und Thalia sowie im Geschäftsbereich 45 der Stadtverwaltung Heidenheim in der Marienstraße 4 (07321-327-4710 oder museen@heidenheim.de).