Archiv der Kategorie: Vorträge & Veranstaltungen

Vor 100 Jahren: Einweihung der Gmünder Synagoge in der Katharinenstraße

Die Einweihungsfeier am 16. Mai 1926. Vorne, von hinten: Landesrabbiner Dr. Paul Rieger, auf der Treppe von rechts Karl Rothschild, Abraham Kahn, Gustav Mayer, Margot Gutmann, Kantor Hermann Uhlmann, Alfred Meth, verdeckte Person, Siegfried Gutmann. Stadtarchiv Schwäbisch Gmünd, D56 Bü 95 (Nachlass Ernst Lämmle).

Am 16. Mai 1926 weihte die Gmünder jüdische Gemeinde ihre neue Synagoge in der Katharinenstraße ein. „Ein langgehegter Wunsch, der einem großen Bedürfnis entsprach, ging endlich in Erfüllung“, berichtete die Rems-Zeitung am Folgetag: Die Gmünder Juden hatten allen Grund zu glauben, nun als anerkannte Mitglieder der Stadtgesellschaft eine dauerhafte Heimat gefunden zu haben. Sie blickten auf mehr als ein Jahrhundert historischer Erfahrung zurück, in der ihre Vorfahren und sie sich Schritt für Schritt von „Schutzjuden“ mit geringer existentieller Sicherheit zu gleichberechtigen Staatsbürgern emanzipiert hatten. Dieser Gleichstellungsprozess hatte es überhaupt mit sich gebracht, dass sich 1888 in Gmünd eine jüdische Gemeinde gründen konnte – in einer Stadt, die über 300 Jahre keine Juden in ihren Mauern geduldet hatte. Doch gerade, als die historische Errungenschaft gleicher Rechte und gesellschaftlicher Anerkennung endlich gesichert schien, wurde sie innerhalb kürzester Zeit auf brutale Weise vernichtet. Nur wenige Jahre nach ihrer Weihe wurde die Synagoge unter den Nationalsozialisten geschändet, die Gemeinde zu Verkauf und Auflösung gezwungen, ihre Mitglieder in die Flucht getrieben oder ermordet, das Gebäude selbst noch zehn Jahre nach dem Fall des Naziregimes abgerissen.

Das 2015 eingeweihte “Zeichen der Erinnerung” am Josefsbach (links) zitiert die Eingangstreppe der 1955 abgerissenen Synagoge in der Katharinenstraße 4/1 (rechts).

Anlässlich des Jahrestages fand am 17. Mai 2026 eine Gedenkveranstaltung mit Beiträgen von OB Richard Arnold, der IRGW-Vorstandsvorsitzenden Professor Barbara Traub, Stadtarchivar Dr. Niklas Konzen und Inge Eberle im Refektorium des Predigers in Schwäbisch Gmünd statt. Auf Wunsch von Nachfahren jüdischer Gmünder in Übersee wurde die Veranstaltung aufgezeichnet und auf Youtube eingestellt.

Josef  Überall und die Kunst aus Alltäglichem – Ausstellungswochenende zum 90. Geburtstag

von Jannik Staudenmaier

Josef Überall (1936-2008) war ein Unikat der Gmünder Kunstszene. Als Vertreter der sogenannten “Arte‑Povera” verwandelte er alltägliche, unscheinbare Gegenstände in ausdrucksstarke Kunstobjekte. Sein künstlerisches Schaffen löste unterschiedliche Reaktionen aus: für manche galt der autarke, viele Jahre über auf einer Waldhalde bei Alfdorf lebende Überall als Störenfried und Sonderling, für andere jedoch als Lebenskünstler, der es verstand, mit seiner Kunst neue Perspektiven auf das menschliche Dasein zu eröffnen.

Die Projektgruppe „Josef Überall 90“ widmet ihm vom 8. bis 10. Mai 2026 im UNIKOM‑Kunstzentrum Schwäbisch Gmünd ein umfassendes Ausstellungswochenende zum 90. Geburtstag. Die Ausstellung, in der zahlreiche Originalarbeiten gezeigt werden, wird durch Audio‑, Film‑ und Bilddokumente ergänzt und von einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm begleitet. Dazu gehören Impulse und Beiträge von Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern sowie von Sammlerinnen und Sammlern.

Teile des Nachlasses Überalls befinden sich seit den späten 1990er‑Jahren im Stadtarchiv Schwäbisch Gmünd. Im Zuge der Jubiläumsfeier wurde der Bestand erstmals erschlossen und in einem Findbuch zugänglich gemacht. Er spiegelt die bunte Persönlichkeit des Künstlers wider: Neben umfangreichen Dokumenten zu Ausstellungen, Auftritten und Projekten enthalten die Unterlagen zahlreiche Skizzen, die – genauso eigenwillig wie Überall selbst – im Stadtarchiv ihresgleichen suchen.

Josef Überall bei der Vorbereitung der Ausstellung “Objekte aus Schiefer und Tuch” (1996). Quelle: Stadtarchiv Schwäbisch Gmünd, Best. D54, Bü 7.

Tag der Archive im bayerischen Nordschwaben

Am 7./8. März 2026 findet bundesweit der 13. Tag der Archive unter dem Motto „Alte Heimat – neue Heimat“ statt. 

Die hauptamtlich betreuten Archive in Nordschwaben (Landkreise Dillingen a.d.Donau und Donau-Ries) veranstalten hierzu eine Archiv-Themenwoche vom 6. bis 15. März, in der sie auf unterschiedliche Weise Einblicke in ihre vielfältige Arbeit geben. Das vollständige Programm können Sie hier herunterladen.

Schwäbisch Gmünder Ausstellung: Stanzel ist -STA-

Die Bilderwelt des Eduard Stanzel

In einer Zeit, in der digitale Bilder oft nur Sekunden überdauern, bevor sie in der Flut der visuellen Eindrücke verschwinden, lädt das Stadtarchiv Schwäbisch Gmünd Sie herzlich ein, das fotografische Vermächtnis eines Mannes zu entdecken, der mit seiner Kamera bleibende Eindrücke geschaffen hat.

Eduard Stanzel (1944–2024) war weit mehr als ein langjähriger Pressefotograf der Rems-Zeitung. Er war ein stiller, unermüdlicher Chronist, der mit seinem geschärften Blick für das Wesentliche die großen und kleinen Momente des städtischen Lebens in einzigartiger Weise einfing. Seine Linse erfasste nicht nur das Spektakuläre, sondern verlieh auch dem scheinbar Alltäglichen eine besondere Ausdruckskraft. Das Kürzel »STA« unter seinen Bildern entwickelte sich so über die Jahre hinweg zu mehr als einem bloßen Bildnachweis – es wurde zum Qualitätssiegel für sorgfältig komponierte, authentische Momentaufnahmen.

Kurz vor seinem Tod übertrug Eduard Stanzel sein Lebenswerk dem Stadtarchiv Schwäbisch Gmünd – ein Geschenk von unschätzbarem kulturhistorischem Wert. Jede seiner Aufnahmen ist ein visueller Baustein der Stadtgeschichte, der Gesichter, Orte und Ereignisse vor dem Vergessen bewahrt.

Das Stadtarchiv präsentiert mit der von Arnd Kolb kuratierten Ausstellung „Stanzel ist – STA -” im Prediger eine sorgfältige Auswahl aus diesem fotografischen Nachlass und gewährt einen einzigartigen Einblick in drei Jahrzehnte Gmünder Geschichte von 1965 bis 1995 – eine Zeit tiefgreifenden gesellschaftlichen und städtischen Wandels. Sie ist zugleich – ein Jahr nach seinem Tod – eine posthume Würdigung eines Mannes, dessen Schaffenskraft mit geschätzten 120.000 Negativen seinesgleichen sucht.

Ausstellungseröffnung:
„Stanzel ist – STA – Die Bilderwelt des Eduard Stanzel”
Eröffnung: 18. September, 18 Uhr
Ausstellungszeitraum: 18. September 2025 – 28. Februar 2026
Ort: Innenhof Prediger, Schwäbisch Gmünd
Eintritt: frei

Queere Geschichte von Schwäbisch Gmünd wird Thema einer Ausstellung im Prediger

Die Ausstellung „Wish you were queer. Un-Sichtbarkeit von LSBTI* in Kunst und Geschichte“ ist Ergebnis eines Gemeinschaftsprojekts der Stadt Schwäbisch Gmünd (Stadtarchiv, Museum im Prediger, Stabsstelle für Chancengleichheit) und der VHS Schwäbisch Gmünd. Sie gliedert sich in einen Kunstteil und einen lokalhistorischen Teil, dessen Inhalte seit 2022 von der Geschichtswerkstatt “Einhorn sucht Regenbogen” erarbeitet wurden. Unter Trägerschaft der Projektpartner und mit finanzieller Unterstützung der Partnerschaft für Demokratie Ostalbkreis sowie des Landes Baden-Württemberg hatte die von Arnd Kolb geleitete Geschichtswerkstatt queere Biographien und Erinnerungsorte recherchiert. Vorbild war das Projekt „Queer durch Tübingen – LSBTTIQ in Tübingen und Region seit dem Mittelalter bis heute“, das 2017 bis 2022 unter Federführung des Stadtarchivs Tübingen umgesetzt wurde.

Die Ausstellung wird am kommenden Samstag, den 24. Mai 2025 um 17 Uhr im Prediger (Johannisplatz 3, 73525 Schwäbisch Gmünd) eröffnet.

In der Reihe “Veröffentlichungen des Stadtarchivs Schwäbisch Gmünd” wird darüber hinaus ein Begleitband zur Ausstellung erscheinen, der neben den gezeigten Kunstwerken eine Auswahl der lokalhistorischen Beiträge vertieft und dauerhaft dokumentiert. Die Buchvorstellung wird am 14. Juli 2025 um 19 Uhr im Prediger stattfinden. Das Stadtarchiv beteiligt sich außerdem mit mehreren Vorträgen am Rahmenprogamm (siehe Flyer).

Ankündigung: Tagung „Die Eisenindustrie in Ostwürttemberg und die Modellsammlung der Schwäbischen Hüttenwerke (SHW)“ am 6. und 7. Februar 2025

Der Verein Eisenfreunde 1365 Ostwürttemberg e.V. veranstaltet am 6. und 7. Februar 2025 in Aalen-Wasseralfingen eine Tagung zu den Themen Bergbau, Hüttenwesen und dessen Produkte, ausgehend von einem der ältesten Industriestandorte Europas. Die Tagung findet in Kooperation mit dem Landesdenkmalamt Baden-Württemberg statt. Sie konzentriert sich auf eine der wichtigsten, bislang aber wenig beachteten Industrieregionen Baden-Württembergs.

Zusätzlich finden Exkursionen zur Museumslandschaft Königsbronn und zum Ofenplatten- und Modellmagazin der Schwäbischen Hüttenwerke statt.

Die Anmeldung ist bis zum 15.01.2025 möglich (hier). Das ausführliche Tagungsprogramm und weitere Informationen sind über den Veranstaltungsflyer (pdf) und über die Webseite der Eisenfreunde verfügbar.

Blick in die Modellsammlung der SHW (Foto: LAD im RPS, I. Geiger-Messner)

Neuerscheinung: Gmünder Studien. Beiträge zur Stadtgeschichte, Band 10

In der seit 1976 bestehenden Publikationsreihe der „Gmünder Studien. Beiträge zur Stadtgeschichte“ ist nun der zehnte Band erschienen. Darin widmen sich zwölf Beiträge auf 376 Seiten der Geschichte der Stadt Schwäbisch Gmünd und ihrer näheren Umgebung vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert.

Aus dem Inhalt:

  • Niklas Konzen: Jungfrau und Einhorn. Zum Ursprung des Wappentiers von Gmünd und Giengen (S. 10-73)
  • Klaus Graf: Beschäftigung mit Schwäbisch Gmünder Stadtgeschichte: Von der Stadtbuchchronistik um 1500 zum Internet (S. 74-95)
  • Florian H. Setzen: Die ältesten Ansichten von Schwäbisch Gmünd, Essingen und vielen weiteren Orten im heutigen Ostwürttemberg zwischen Kapfenburg, Aalen, Wöllstein, Lorch, Göppingen, Weißenstein, Lauterburg und Unterkochen auf einer weithin unbekannten Augenscheinkarte des Gebiets der Gmünder Freien Pirsch und Mundat aus dem 16. Jahrhundert (S. 96-153)
  • Raimund J. Weber: Gmünd gegen Rechberg. Ein Rechtsstreit um die Freie Pirsch vor dem Reichskammergericht im 16. Jahrhundert (S. 154-207)
  • Hans-Helmut Dieterich: Das Rätsel der Felsenkapellen auf dem Nepperberg in Schwäbisch Gmünd – Versuch einer Lösung (S. 208-219)
  • Gerhard Fritz: Die Alfdorfer Musterungsliste von 1619 (S. 220-233)
  • Karlheinz Hegele: Johann Christoph Haas – ein in Gmünd vergessener Maler (S. 234-265)
  • Dieter Rösch: Die Geschichte des Gutes Pfeilhalde im Spiegel des Familiennachlasses Walter (S. 266-279)
  • Manfred Wespel: »Gekreuzigt Volk« – Die völkische Umkehrung christlicher Glaubensinhalte bei Maria Kahle (S. 280-289)
  • Mathilda Hafner: Zwangssterilisationen im Krankenhaus der Stadt Schwäbisch Gmünd zwischen 1934 und 1945 (S. 290-337)
  • Angelika Huber-Sommer: Zerstörung eines Menschenlebens durch Zwangssterilisation: Zum Gedenken an Karl Georg Pfeifer aus Bartholomä (S. 338-341)
  • Rudolf Übelhör: Die drei »russischen Gräber« in Weiler in den Bergen (S. 342-376)

Die öffentliche Buchvorstellung mit anschließendem Umtrunk findet am Freitag, 6. Dezember 2024 um 19 Uhr im Leutze-Saal des Congress Centrums Stadtgarten in Schwäbisch Gmünd statt. Um Voranmeldung bis 4. Dezember unter stadtarchiv@schwaebisch-gmuend.de wird gebeten.

Veranstaltung des Staatsarchivs Ludwigsburg zu NS-Verbrecher Max Drexel aus Heubach

Am 26.11.2024 findet am Staatsarchiv Ludwigsburg eine ganztägige Fortbildung für Lehrerinnen und Lehrer statt, in deren Mittelpunkt die Biographie des Lehrers, Juristen und Massenmörders Max Drexel (1914-2004) steht. Drexel leitete 1941 als Teilkommandoführer der Einsatzgruppe 12b die Durchführung des Massakers von Dubossary (Dubăsari) in der damaligen Sowjetunion (heute Moldau / Transnistrien), bei dem ca. 4.000 Jüdinnen und Juden ermordet wurden. Nach dem Krieg ließ der gebürtige Böblinger sich in Heubach nieder, wo er zeitweise als Lehrer an der Volksschule unterrichtete.

Näheres zur Veranstaltung hier:

https://www.landesarchiv-bw.de/de/aktuelles/termine/77389

Weiterführende Hinweise:

Eine Stadtführung mit „Geschmack”: die „Kulinarische Tour über den Wochenmarkt“

von Jannik Staudenmaier, Stadtarchiv Schwäbisch Gmünd

Der Gmünder Wochenmarkt hat vieles zu bieten: neben den diversen Köstlichkeiten in heutiger Zeit etwa auch eine lange Geschichte, die weit ins Mittelalter zurückreicht. Die vom i-Punkt am Marktplatz jetzt neu angebotene „Kulinarische Tour über den Wochenmarkt“ führt über den Wochenmarkt, macht ihn kulinarisch erlebbar und erzählt spannende Geschichten aus früherer Zeit. Die Touristik und Marketing GmbH und das Stadtarchiv Schwäbisch Gmünd haben dazu gemeinsam diverse Archivalien und die zur Verfügung stehende Literatur ausgewertet und den Stadtführerinnen und Stadtführern ein umfangreiches Manuskript bereitgestellt. Dabei kamen spannende wie kuriose Geschichten zum Vorschein: etwa zu öfters im Nachgang von Markttagen stattfindenden abendlichen Tanzveranstaltungen, die in einem Ordnungsgesetz aus dem Jahr 1524 streng sanktioniert wurden: „Es soll auch keiner hin füro am offenen Tantze unzüchtig in Hosen und Wamß ohn ein Rogg vor Jungfraun und Frauen tantzen und [?] lauffen oder aus den Raihen ausbröchen, wie es bishero unschicklich geschehen ist, bei Pön 5 Schilling Heller.“[1] Eine andere Geschichte ist die der Unsitte, die Marktstände zum Leid der Anwohner schon in den frühesten Morgenstunden aufzubauen, worüber man 1912 in der Zeitung herbe Worte verliert: „Wäre es nicht möglich, im Interesse der Anwohner des Marktplatzes, die ihren Schlaf auch nötig brauchen, darauf hinzuweisen, daß die zum Marktbetrieb nötigen Bretter ruhig hingelegt und nicht, wie meistens, mit voller Gewalt hingeworfen werden, und daß dieser Betrieb nicht schon um 4 Uhr beginnt? Ganz abgesehen von dem sonst oft stattfindenden Spektakel nachts, der das Anwohnen am Marktplatz nichts weniger wie angenehm macht. Mehrere Anwohner.[2] Amüsant ist auch die Geschichte eines anonymen männlichen Verfassers, der 1958 von seiner Erfahrung berichtete, auf Drängen seiner Frau auf den Wochenmarkt geschickt worden zu sein. In seiner Schilderung werden zeitgenössische, heute natürlich längst überholte Klischees zur Genüge bedient. Für ihn ist der Wochenmarkt eine fremde, ungewohnte Welt, in der er sich nicht zurechtfindet: „Dazwischen drängt sich, Kopf an Kopf, eine kauflustige Menge, Hausfrauen zumeist, die mit sachkundigem Blick vergleichen und wählen, bis die Markttasche gefüllt und das Mittagessen gesichert ist – ein hinundherwogendes Gewimmel, in dem über Angebot und Nachfrage sichtbar die holde Weiblichkeit ihr Szepter schwingt … und da soll ich mich hineinwagen? … Im letzten Augenblick erspähe ich das rettende Eiland, einen Marktstand, hinter dem wahrhaftig ein männliches Wesen steht, ein Mann und keine resolute Marktfrau, gegen deren Mundwerk kein Kraut gewachsen ist.“[3]

Tickets der einmal pro Monat stattfindenden „Kulinarischen Tour“ sind über den i-Punkt erhältlich.

Der Wochenmarkt auf dem Marktplatz im Jahr 1930. Stadtarchiv Schwäbisch Gmünd, Best. E02 Nr. 1760.

[1] Ordnungsgesetz das Leinwand betreffend von 1524, StA Schwäbisch Gmünd, Best. C01 Nr. 12, Chronik des Dominikus Debler, Bd. 2 Bl. 2338.

[2] In: Stadtarchiv Schwäbisch Gmünd, Best. A07 Bü 927_1.

[3] Anonym: Auf dem Wochenmarkt. Eine Plauderei. Einhorn 1958 Nr. 30, S. 132-134.

Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Schwäbisch Gmünd: Vortrag zu Elisabeth und Oskar Wahl im Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg

Der Gmünder Mechaniker Oskar Wahl (1901-1962) schloss sich als Jugendlicher während des Ersten Weltkriegs USPD und Spartakusbund an, später der KPD. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 ging er mit Alfred und Lina Haag sowie anderen Gmünder Kommunisten in den Widerstand. Wegen der Vervielfältigung und Verbreitung von antifaschistischen Handzetteln, Flugblättern und anderen Druckschriften wurden er und seine Ehefrau Elisabeth (1904-1972) von Stadtpolizei und Gestapo überwacht, verhört und inhaftiert, Oskar im Stuttgarter “Hotel Silber”, auf der Festung Hohenasperg und in den Lagern Heuberg und Oberer Kuhberg, Elisabeth in Gotteszell. Anlässlich des Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus wird ihre Tochter Anita Siemann-Wahl am 27.01. um 14.30 Uhr im Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg einen Vortrag über ihre Eltern halten (nähere Informationen hier).

Die rückseitigen Vermerke auf der Meldekarte von Oskar Wahl verdeutlichen die fortgesetzte Überwachung durch Stadtpolizei und Gestapo: “Wohnungsänderung sofort mitteilen”, 17.9.1937; “Streng geheim. Jede Wohnungsänderung des Ehemanns ist sofort dem Amtsvorstand oder seinem Stellvertreter mitzuteilen,” 21.3.1938; “Bei Wohnsitzwechsel Mitteilung an Staatspolizeistelle zu geben” (o. D.).